Mittelalterliche Tafelrunde
In der Zeit vom 01. Oktober bis 15. März bieten wir Ihnen die Möglichkeit, eine kulinarische Reise ins 15. Jahrhundert anzutreten. In dem über 200 Jahre alten Fachwerkgemäuer der Gaststube servieren wir Ihnen bei Kerzenlicht ein pompöses mittelalterliches Gelage.

Wir veranstalten die "Tafelrunde" ab mindestens 10 Personen Gefolge,
wobei wir 2 Menus zu Auswahl haben.
Sicher denken Sie bei "mittelalterliches Gelage" an rauhbeinige Rittersleut, die ihre Zähne mit gewaltigem Appetit in blutiges Wildbret schlagen, während die Bauern am Fuße ihrer Burgen hungernd dahinschmachten. Sie denken an dicke, schmerbäuchige Mönche, die über üppigen und reichlich mit Wein begossenen Mahlzeiten alle Pflichten ihres Amtes vergessen. Einer barbarischen Zeit können ja nur barbarische Tischsitten entsprechen.

Nun, so war es im Mittelalter keineswegs!
Es stimmt allerdings: Allein der Fürst besaß ein komplettes Gedeck mit Messer, Löffel, Schneideteller aus wertvollem Metall, Schüssel und Humpen zum Trinken. Die Übrigen brachten Messer und Löffel meist selbst zu einer Einladung mit. Die Schüsseln wie auch den Trinkbecher mussten sich jeweils zwei Gäste teilen.

Fleisch nahm man mit den Fingern vom gemeinsamen Teller und legte es dann auf eine runde oder eckige Holz- oder Metallplatte, häufig aber auch nur auf ein Stück Brot, das zum Auftunken der Sauce diente.

Gabeln hatten Seltenheitswert und wurden von der Kirche verboten, da sie mit der zweizackige Gabel des Teufels verglichen wurden.

Da man sich aus gemeinsamen Schüsseln bediente und mit den Fingern aß, ist es nur zu verständlich, dass man in den Anstandsfibeln über 'ordentliche Tischsitten' so beharrlich auf die Sauberkeit von Mund, Händen oder Messer bestand.

Ebenso wenig geziemte es sich, ein Stück Fleisch, das man schon in den Mund genommen hatte, auf den Teller zurückzulegen oder auf den Boden zu spucken.

Vor dem Trinken wischte man sich den Mund ab, schluckte geräuschlos, leerte sein Glas nicht in einem Zug, trank langsam und in kleinen Schlucken.

Panische Angst vor Vergiftungen - im Mittelalter ein beliebtes Mittel zur Lösung politischer Konflikte - erklärt, warum es sogenannte "Vorkoster" gab, die alles vorkosteten, was aus der Küche kam. Aus diesem Grunde wird natürlich auch von Ihnen eine Person zum "Vorkoster" ernannt - jemanden, dem Sie Ihr Vertrauen schenken, oder auf den Sie notfalls verzichten können.
*** Tischsitten ***

Gott zum Gruß, ihr Edelleut, Weiber, Pfeffersäcke, Bauern und Vaganten,
staunet nun zuhauf, wo sich dereinst in solchen Schänken,
gar ach so lustig Kumpaneyen zusammenfanden.

Als gout teutsch Sitt un Brauch bekam man Brot und Salz gereicht,
fürderhin noch den Willkommenstrunk.
Doch gabs dies nit, weil warn die Wirtsleut trutzig,
gabs mancher Orts gar mächtig Stunk.

Zum Zuber holte sich die Magd manch Gäste, damit kund wascht sie ihr Fingerlein,
denn all zu flügge gings dann mit der Speys ohn Gabel doch nit in das Maul hineyn.

Dies spitze Ding war duch die Zinken als Teufelswerk verpöhnt.
Selbst Luther sagte mal zu Käthe un selbiges ist nit plamabel:
"Gott behüt' mich vor der Gabel!"

Schlemmen tat ein jeder mit der rechten Hand seyn Fingerlein
un stopfet sich nit all zu gierig gar manchen leckeren Bissen reyn.
Die Linke un so wars dazumal bestimmt, man auf dem Donnerbalken nimbt.
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